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Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
Entstehung
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S o p h r o n.

Warum hatten so manche große Gelehrten sowenig oder keinen Geschmack? Weil sie zu gelehrtwaren, 999 Geschmäcke mischten sich bey ihnen ineinander. Neugierig forschten sie, was andre gewußthaben, und wußten selbst nichts recht; viclgeschäftigsammleten sie, was andre gedacht hatten, und dach-ten selbst nicht; wie rasche Knaben legten sic dieHand an Vieles, und haben nichts oder wenig vol-lendet. Was von Gelehrten gilt, gilt von Men-schen in allen Standen.

Ausnehmend ist unsre Zeit darauf eingerichtet,diese Vielwissercy und Bielthuere» zu befördern; sie«rzwinget sie sogar, und macht Jünglinge widerWillen zu Molkendicbcn. Unsre Zeit lauft so schnell;sic bringt in kurzer Zeit so vieles und vielerlei? zurAnsicht; wer wollte nicht sehen, was da ist? wernicht wissen, was geschah oder geschieht? wer davonnicht zu reden, zu schreiben wissen? Der sogenann-te Kunstfleiß, die ins Fieber gejagte Industrie derMenschen bringt in wilden Traumen bunte Unge-heuer hervor, die dem verwirrten, tollen Geschmackunserer Zeitgenossen, das flüchtige Vergnügen desUnerhörten, des Niegesehencn, des Neuen geben,ihre Sinne aufreizcn, und mit dem Verderbnis desguten Geschmacks wenigstens die Gewinnsucht befrie-digen. Solche Eeschmacksverdcrber stehen auf dembunten Markte der Welt jetzt an allen Ecken, vorallen Pforten. Wehe dem Jünglinge, der unter siefällt! Sie schreyen ihm ins Ohr:Kaust hier!kauft allerhand, kauft lang und kurze Waar, ge-prahlt neumodisch Band! Orgclum, Orgele», du-deldum - der,! " Wie jämmerlich vergaffen sichauf diesen Jahrmärkten die Augen der Jünglinge!