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Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
Entstehung
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S o p h r o n.

Wie die Glieder des Körpers durch Lauf und Spiele,so sollen auch die Kräfte der Seele durch vielfache He-bungen erweckt und entwickelt; sie sollen von allenSeiten aus jedem Keim hervorgelockt werden. Denneine schlafende Kraft ist keine Kraft; ja sic peinigtden, der sie unerwcckt ließ, zu seiner Zeit mit jenerstumpfen Unruhe, die er sich oft selbst nicht erklärenkann; sie nagt wie der Rost an seiner tragen Seele.Nur durch vielseitige Uebung wird der Mensch das,was er werden soll; er ist noch nicht, aber er soll werden.

Daß dies auf dem leichtesten, fröhlichsten Wegegeschehe, dazu pflanzte die Natur den Saamen derWißbegicrde in unsern Geist, und goß Feuer derThä-tigkeit in unsre Adern. Jugendlich lauft Atalantaüber die Spitzen des Grases dahin, sie kaum berüh-rend , mit lautem Fluge zieht der junge Vogel in dasihm unbekannte ferne Land, wohin ihn ein innrerTrieb führt und leitet. Wie nach der alten Fabelder goldgcschwingte Eros, Liebe es war, die aus demEi der alten Nacht hervorging, und vielgeschäftig,uncrmüdet und unermüdlich das Chaos ordnete, unddie Elemente trennte, so der jugendliche Amor, Liebezur Wissenschaft, Lust zu vielfacher Thatigkeit, zuVersuchen und Proben.

Zugleich ergiebt sich aber auch, daß kaum etwasgefährlicher werden könne, als wenn dieser jugendliche,flüchtige Eifer, dies Anstreben nach dem Neuen undUnbekannten, diese Viel - und Zuvielthuerei nicht ge-hörig beschränkt und gelenkt, oder wenn sie gar un-mäßig genährt wird. Wer zu viel thun will, thutnichts recht, lernt auch nichts recht thun, er bleibt inallen Dingen ein Versuchmachcr, ein Pfuscher undStümper. Nun aber gicbts wohl keinen verächtli-