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Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
Entstehung
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S o p h r o n. 2,, l

uns besuchten Schulen dieser Stobt im vergangenenJahr nicht stehen geblieben, noch weniger zucückgc-gongen sind: sondern wirkliche Fortschritte gemocht

hoben. Es sey mir erlaubt, unparthevlich hierübermeine Gedanken sowohl als den Dank zu äußern,der denen, die zu diesen Fortschritten beygctragen, ge-bühret.

r. Der schönste und lobenswürdigste Fortschritt,der bey Schulen genannt werden kann, ist nach demalten Sprüchwort: <gui zorot'lcnt in literis etc. dieZunahme an Sittlichkeit, an Zucht und Ordnung *).

2. Nächst diesem ist ein zweyter schöner Fort-schritt in Schulen, wachsender Verstand, zunehmendeEinsicht und praktisches Verstandniß dessen, was ge-lehrt wird; es unterscheidet sich, wie Licht und Fin-sterniß, vom bloßen Wortherbeten. Beym öffentlichenExamen springt dieser Unterschied in Auge und Ohr.Man hört es nicht eben nur am Lehrer, sondernman hörets und siehets an den Lehrlingen, ob siedie Sache gefaßt, oder blos das Bild ergriffen, oderendlich gar nur das Wort gelernt haben; und dieserUnterschied zwischen Sache, Bild, Wort ist, ichmöchte beynahe sagen, inkommensurabel. Wer dieSache faßt, hat den Verstand der Sache; sein Ver-stand ist aufgeschlossen; er spricht mit seinen eignenWorten, was er erkennt, aus; Lust und Freude ist

*) Die detaillirte Beurtheilung der examinirtenSchule nach diesen Grundsätzen wird hier wegge-lassen.

Herders Werke z. Phil. u. Gesch.XlI.