S o p h r o n.
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andre Zeit angebrochen, die mit u. f. fort-schrcitet; neuen Fleiß, neue Emsigkeit wecke dieserneue Zeittyrlus aus in Ernst und Ueberlegung! IhrJünglinge geht einem neuen Jahrhundert entgegen,in welches wir als Alte, halbabgclebt einkrcten;lernt dem neuen Jahrhundert, in ihm zu leben!
Endlich da das Leben nicht neue Kenntnisse undGedanken, sondern auch Willen, Triebe, Thatbraucht, und in diesem vor allem das Leben besteht,so wendet sich der Spruch: nicht der Schule, son-
dern dem Leben zu lernen, vorzüglich aus Bildungdes Herzens und des Charakters. Was hälfe cs,tausend Kenntnisse und keinen Willen, keinen Ge-schmack, keine Lust und Trieb zu leben, honett undrechtschaffen zu leben, haben? Im Willen lebenwir; das Herz muß uns verdammen oder trösten,starken oder Niederschlagen, lohnen oder strafen; nichtauf Kenntnisse allein, sondern auf Charakter undTriebe, auf die menschliche Brust ist die Wirksam-keit und der Werth, das Glück oder Unglück unseresLebens gebauct. Leben lernen heißt also seinen Nei-gungen eine gute Richtung geben, seine Grundsätzereinigen, befestigen, starken, seine Vorsätze lauternund tapfer begründen, nicht mit dem Kopf allein,sondern auch mit dem Herzen cxistiren, gegen Eltern,Freunde, Lehrer, Mitschüler, Bekannte, Fremde,sich Sitten erwerben, anständige, frohe Sitten, lie-benswerth machend vor Gott und den Menschen. Le-ben lernen heißt, die Stunden des Tages wohl ein-theilcn, sich Ordnung im Geschäft geben und siemit strenger Munterkeit erhalten, den Ergötzlichkei-ten,^dem Schlaf, der Trägheit nicht mehr Zeit ein-räumen als ihr gebühret; sich Vorschriften machen,