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.S o p h r o n.
Mensch, der gesunde Mensch mit allen seinen Kräf-ten und Gliedern, er muß mit Kopf und Herz, mitGedanken, Willen und That, nicht etwa nur imSpiel, sondern auch im höchsten Ernst, nicht nurwohlgefällig, sondern auch mächtig wirken; wer diesnicht kann, wer sich hiezu nicht frühe geübt hat, derhat nicht fürs Leben gelernt. Und o wen straft hiersein Gewissen nicht! wie manches lernten wir, waswir wohl hätten vorübcrgehcn können, und gabenihm eine Zeit, die wir dem Nothwendigeren, weiles uns nicht angenehm war, entzogen! Wie man-ches versäumten wir, was doch das Leben nolhwen-dig federt, und durch dessen Entbehrung wir nachherbeständige Himplcr und Hampler in der Kunst desLebens, wie in unscrm Geschäft bleiben. Erwache,Jugend, und lerne fürs Kcben! Die Zeit, fürwelche du erwächsest und dich bereitest, braucht ge-wiß Lebens-gelchrte Männer, d. i. Männer, die Le-ben gelernt haben, Männer von richtigen Sinnen,von gesundem Augenmaas, von fester Hand in aller-lei) Künsten, von gesundem Ohr, recht zu hörenund zu fassen was gesagt wird, und darauf recht zuantworten, also auch von reinem gesunden Ausdruck,Bekanntschaft mit Dingen der Natur, mit dem Zu-stande der Welt, mit ihren Bedürfnissen und Ge-schäften, wodurch ein richtiger Verstand, eine reinetüchtige Ueberlegunq gebildet wird. Die Zeiten, daßman Schäfergedichte macht, Anakceons Lieder über-setzt, oder sonst mit der Sprache und Poesie tändelt,,seyn auch bey der Jugend vorüber: denn das Leben,wozu sich Jünglinge zu bereiten haben, fodert andereGeschicklichkeit als Anakrevntische oder Schäfcrliedcr.Mit dem Jahr 1800. ist in manchen Dingen eine
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