S o p h r o n.
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seine Umstände, seine Lebenszwecke, seine Kräfteund das Maas derselben selbst am besten kennt unddurch Erfabrung erprobt, so lerne Er für sich undfür keinen andern, für sein Leben.
Abgeschlossen wird hierdurch in unserm Lernennicht nur alles völlig unnütze, sondern auch allesuns Fremde, was nicht zu uns gehört. Kindischists, sich mit fremden Flicken und Lappen auszu-schmückcn, wenn man ein eignes ganzes Kleid, dasunserm Körper gerecht ist, sich selbst schaffen kannund soll. Wahnsinnig ist, sich seine Augen ausstechenoder abstumpscn, um durch ein fremdes Glas sehenzu lernen. Vielmehr übe und bilde alle deine See-len- und Leibeskräfte und zwar in gutem Verhält-niß, in richtiger Proportion aus; so lernst du demLeben.
Wie dies geschehe, muß jedem sein eignes Herzund der Nach eines verständigen Lehrers sagen, un-ter dessen Leitung er sich bildet. Wer vor lauterFleiß in der Schule dumm wird, wer sich blödsin-nig , hypochondrisch, schwach und krank studiret, werSeelcnkräfte bildet und den Körper vernachläßiget,gleich als ob er ein purer guter Geist wäre, wereine Seelkraft, z. B. die Einbildungskraft, das Ge-dächtnis, ohne die andere, den Verstand, die Neber-legung pfleget, wer für den Kopf studirt ohne ansHerz zu denken, und ein andrer, der immer nurin Empfindung schwimmen will, ohne sich mit kal-ter Kühnheit richtiger Begriffe zu befleißigen, wermit allem tändelt und eine ernste anhaltende Mühewie die Hölle fliehet: alle diese lernen nicht fürs Le-ben ; denn im Leben muß der ganze ungetheilte
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