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Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
Entstehung
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23 a S o p h r o n.

was du hörest? " O gnantuni est in vsrkis, iniiteris, in vocikus inuns, inane!

Von dieser Wortschlendcrey muß sich ein den-kender Jüngling frühe entwöhnen, denn mit ihnenhat er nicht denken gelernt, sondern das Denkenverlernet. Es hat sich in ihm eine Wortwcise zu-sammengezogen und Figuren gebildet, die sich in ihmwie im Agat verhärten, und doch nur Vorurtheile,d. i. fremde Urtheile einer fremden Ecdankenweisesind, an der die innere Kraft seiner Seele wenig oderkeinen Theil nimmt. Er wird ein Sklave fremderGedanken und Mcynungcn, ohne daß er die Kettenauch nur fühle, ohne das er frey und selbsikh-ä-tig zu werden auch nur strebe. Lebenslang .ist undbleibt er ein Nachsprccher, ein Workstreiler, Wort-händler. Ach, sagte der Affe jener Fabel: schö-

ne Larve, schade, daß cs ihr am Hirn fehlt !"Ach, können wir zu manchem Redner und Schrift-steller sagen, schöne, hellklingende Wortmaschine,schade, daß sie so wenig als das Klavier oder als Sprachmaschinc denket.

Was thun wir, wenn wir gehen, sprechen,zeichnen, tanzen lernen? Nicht wahr? wirüben und vollsühren ein Werk; wir machens nach,bis wirs können; bis es gelingt, mit unfernKräften, mit unfern Gliedern. So bey sicht-bar in die Augen fallenden Künsten; bey unsicht-baren und bey dem unsichtbarsten von allen, demDenken, findet das Lernen auf keine andreWeise statt. Seine Gedanken kann mirder Lehrer nicht eingeben, cintrichtecn ; mei-ne Gedanken kann, will, und muß er durchWorte wecken; also daß sie meine, nicht