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Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
Entstehung
Seite
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scn nicht mikbrachte, muß sich eigne PrivatlehrerHutten, oder er lernt sie nie. Der höchste Unver-stand eines Jünglings ists also, wenn er, ehe seineUebungen Fertigkeiten worden sind, vom Uebungs-platz, d. i. vom Gymnasium dahin, wo einzelnnichts geübt wird, wo im Allgemeinen nur hörendeOhren und schreibende Finger in Bewegung gesetztwerden, und es jedem Jüngling überlassen bleibt,aus dem Kohl, den er sich täglich von 5 Wiesensammelte, sich selbst ein Gericht zu bereiten. Wehe,wenn er ein ungeübter Kopf ist! In seinem Haupt,wenn das Zusammengetragene ja dahin gelangt, wirdein böses Geköchs werden.

Aber warum reden wir, wenn wir vom Gymna-sium sprechen, von Wissenschaften, von Kenntnissenallein; giebt es nicht andre Fähigkeiten im Jüngling,die ebenfalls nur durch Uebung zu Fertigkei-ten werden können? Soll seine Seele nicht auchstieben und hassen, a nzie h c n und zu r ü ck-stvßen lernen? Soll er nicht auch in Tugenden,in jeder G e m ü t h s s l a r k e, in Enthaltsam-keit, Anstrengung, Mäßigkeit, Klug-heit, Wohlan st andigkeit u. ft geübt wer-den ? .Ohne Uebung erlangt man diese Vortrefflich-kcitcn nicht; und doch sind sie die schönsten Vrr-trefflichkeiten, und am leichtesten erlangt man sie inder Jugend. Wäre also jedes Gymnasium ein Py-thagoreum, dessen Genossen mit einander eben so inpraktischer Vollkommenheit wetteiferten,wie in Wissenschaften und Künsten! Wer z. B.gegen seine Lehrer, gegen Eltern und Vorgesetzte,gegen verdienstvolle Männer im Leben oder in derGesellschaft die würdigste reinste Hochachtung