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S o p h r o n.
der Augen, der Füße, der Hände, der Zunge, derLippen, der Gesichlszüge in unsrer reichen vortreffli-chen Organisation. Dazu den Gebrauch unsrer Fin-ger, die die Schöpferinnen fast jeder Kunst, und sovieler Bequemlichkeiten des Lebens sind. Unser Kör-per ist zur Uebung gebauet; zur Uebung sind unsreSeelenkcaftc mit solchen und keinen andern kindlichenund jugendlichen Neigungen begleitet. Einem ge-sunden Kinde und Knaben, einem glücklich gebildetenfrohen Jünglinge ist nichts verhaßter, als trageRuhe; ein übungsloses Leben ist ihm Tod; muntre,auch beschwerliche Uebung ist und bringt ihm Freu-de, Gesundheit.
Vom ersten Moment des Lebens an haben wiruns alles, was wir können und wissen, vieles, ohnedaß wir cs gewahr wurden, durch Uebung erworben.Wie unser Fuß gehen, so hat unser Auge sehen,unser Ohr hören, unsre Zunge sprechen gelernt,durch Uebung gekernt; alle unsre Kenntnisse, Ge-wohnheiten und Fertigkeiten sind Resultate unsererUebung. Wer sich vor Arbeit und Uebung fürchtet,ist ein unbeholfener, schwacher, kranker Mensch,halbgebildet, unbildsam; wer sich für keiner Uebungscheuet, wen eben die schönste, schwerste Uebung ammeisten weckt, wer darin sich am besten ausnimmt,wer sie aufs strengste aushalt, der Jüngling ist bild-sam, er wird ein ein vielgcwandtcr,
vielgebildeter Mann werden. Ohne mich auf dasungeheure Feld einzulaffen, wie jede Wissenschaftund Kunst, was sie ist, nur durch Uebung, durchUebung vorzüglicher, wohlorganisirtcr Menschen ge-worden, halte ich mich in den Schranken einer Schul-rede und bemerke, daß jede Schule , jede Klasse der