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S o p h r o n.
nehmende Schlenderey, jene Losgebundenheit vonfesten Grundsätzen, von richtiger Ordnung, von stren-ger Mühe und Arbeit. — Unter dem Vorwände, daßman sich die Arbeit und das Leben leicht mache, daßman sich so genau nicht an Regel, Zeit, Ordnunghalten dürfe; daß der Geist, das Genie uns treibe,entwöhnt man sich aller Anstrengung seiner Kräfte,mithin auch ihres besten Gebrauchs, ihrer höchstenWirkung: denn nur durch einen schärfer» Fleiß,
durch eine schwerere Uebung, durch eine nicht ge-meine Anspannung der Kraft wird das weitere Ziel,das höhere Vortreffliche, errungen ; dem Schlummern-den, Schlendernden bleibt cs ungesehn oder unerreicht;er liegt am Boden, oder taumelt fort auf dem altenausgelrecnen Wege. Und doch, wie sehr ruft unsdie Zeit eben zu dieser größeren und längeren An-strengung, zu dieser unabläßigen Munterkeit und Ge-wandheit durch alles was um uns vorgeht, auf!Von allen Seiten ruft sie uns zu: die Stunden desSchlafs und der Schlaf - trunknen Schlenderey sindvorüber! — Hinweg also auch aus den Heften derJünglinge jene schlendernde, nachläßig - ohnmächtigeHandschrift im Nachschreiben und in eigner Ausar-beitung, der man sogleich ansieht, daß es den Schrei-benden kein Ernst war, und daß er davon wollte.Hinweg jene alte Schlenderey sich in Gesängen vonWein und Liebe, von Liebe und Wein, von süßemEmpfinden, von Blumen und Blüthcn, Blülhenund Blumen zu üben! Einem wackern Jüngling.bietet die Zeit wohl andre tsisinata zu seiner Uebungdar; mit Verstand wird er sic wählen, mit Feuerund angestrengtem Muth ausführen; denn wodurchhaben sich die großen Geister, die festen Seelen aller