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Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
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S o p h r o n.

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Zeiten ausgezeichnet? Wesentlich waren sie nichtanders gebaut, wie andre Seelen; aber sie hattenihre innre Organisation geregelt, gestärkt; sie konn-ten einen Gedanken langer festhalten und von allenSeiten verfolgen, eine und dieselbe Arbeit langer,kräftiger treiben; sie hatten sich mehr geübet. Diesestärkere und längere Intensität der Seelenkräftemachte jenen Roger und Franz Bakon, Kepler undNewton , Leibnitz, Haller, Euler, Linn6 , Büffon ,und in politischen Geschäften alle vor andern tüchti-ge, erfahrne, nützliche Leute. Schwierigkeiten, Ge-fahren, Hindernisse, ihr Geschäft selbst besiegten sie;so wurden sie Ueberwindcr. Der Schlendernde, dersich alles leicht und kurz macht, gelangt zu nichts;und wer von Jugend auf schlendert, nichts als schlen-dert, setzt, wenn ihn nicht das Unglück aufrütcelt,dieses Schweben fort bis an sein unrühmliches seli-ges Ende.

Das ärgste Zeitlaster endlich, vor dem sich einJüngling zu hüten hat, ist die Sch a m l o si gk e i t,der Trotz, die Vermessenheit unsrer Zeit. Nichtdaß man in früheren Zeiten nicht etwa gröber gere-det hätte; man war zuweilen sehr grob und legtedie Worte nicht auf die Waage; aber daß man soScheu- und Scham-los allen angenommenen Grund-sätzen der Anständigkeit und Ehrbarkeit, des allge-meinen und besondern Rechts der Völker und Men-schen , offenbaren gegenseitigen Pflichten und Bezie-hungen entsagt, sie verlacht und verhöhnt hätte, da-von ist in der Geschichte schwerlich eine gleiche Pro-be. Wenigstens suchte man zu bemänteln, zu um-winden; jetzt spricht man alles frey heraus, schreibtalles frey heraus, handelt vor den Augen der Welt,L 2

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