S o p h r o n.
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schm Glanz anzustaune»?- um Missethaten, die —wer eS auch sey — Griechen, Römer, Deutsche,Franken, Kalmücken, Hunnen und Tataren alsMenschcnwürger und Wcltverwüstcr begangen, ge-dankenlos oder mit knechtischer Ehrfurcht chronologischherzucrzählen? Die Zeiten sind vorüber. Urtheil,menschliches Urtheil soll durch die Geschichte gebildetund geschärft werden: sonst bleibt sie ein verworrenesoder wird ein schädliches Buch. Auch Griechen undRömer sollen wir mit diesem Urtheil lesen. Alexan-der der Welteroberer, der Trunkenbold, der Grau-same, der Eitle, und Alexander der Beschützer derKünste, der Förderer der Wissenschaften, der Er-bauer der Städte, der Landervereiniger, sind in der-selben Person nicht Eine Person, nicht zwey Perso-nen von einem Werth. So mehrere vielköpfige odervielgesichtige Ungeheuer in der Geschichte. Die Ge-schichte ist ein Spiegel der Menschen und Menschen-alter; ein Licht der Zeiten, eine Fackel der Wahrheit.Eben in ihr und durch sie müssen wir bewundernlernen, was zu bewundern, lieben lernen, was zulieben ist; aber auch Haffen, verachten, verabscheuenlernen, was abscheulich, häßlich, verächtlich ist;sonst werden wir veruntreuende Mörder der Men-schengeschichte. — Die Grundsätze der Völkcrregie-rnngen, der Sittenvcränderungen, der Religionen,Wissenschaften, Handlungsweisen, Künste, die in derGeschichte erscheinen, sollen zu unserm Geist undHerzen sprechen und unfern Verstand scharfen. Al-lein auf diesem Wege ist auch das Lesen der Altenersprießlich, vom Phavrus und Nepos an bis zumTcrenz, Virgil und Hora;, Cicero, Sueton undTacitus. Gute und böse Lhaten sprechen in ihnen,