21,6 S o p h r o n.
falsche Grundsätze und gerechte, häßliche Larven undGesichter - Gesichte. Unsre Zeit ruft sie in neuerenBcvspiclen auf, stellt schreckliche und tröstende Achn-lschkeilen auf; durch Unternehmungen, Reisen, durchThatcn und Unthatcn belebt sie die gesummte Geo-graphie und Geschichte. Wir wollen ihre Ecwecknngs-morte hören; auch in unser» Schulen lebe Geogra-phie und Geschichte; Geschichte in dieser raisonniren-den, d. i. vernünftigen Darstellung; das Lesen derAlten nach den Grundsätzen der Alten, verglichenmit den Grundsätzen unsrer Zeit.
3 . Unsre Zeit dringt auf die sogenannten festen,nützlichen Wissenschaften und Künste; auf Mathema-tik , die Arithmetik, Geometrie in allen ihren An-wendungen, auf Naturlebre und Naturgeschichte, aber-mals in allen ihren Anwendungen und Zergliederun-gen der Natur, die bloßen Workstudien har sie viel-leicht mit zu großer Sprödigkeit seitwärts geschoben,und außer der allein seligmachendcn Kantischen Phi-losophie , die sich dies Privilegium ausschließlich er-worben , verachtet sie Wortgrübelcycn als sogenann-ten Unsinn der Schulen. — In Uebertreibungendürfen wir der Zeit nicht, in dem wo sic wahr undnützlich hinweiset, müssen wir ihrem gebietenden Fin-ger gehorchen. Die Zeit tauber Wortschalle ist vor-über ; auch den blendenden Wortschall der französi-schen Sprache wollen wir nicht, jedem Wink aberauf das, was die Zeit gebietet, dem Anwendbaren,Nützlichen, Deutlichen, Wahren, Erforderlichen,Nothwendigen müssen wir folgen. Rechnen muß rinKnabe lernen, damit er sein Leben berechne: denn
die gesammte Bernunft, zumal in Führung Mensch-