sondern die Zunge hat alles in Gang gesetzt, so daßdiesem neuen Zuge auch Schwerter nicht zu wider-streben vermöchten. Die Waffen sanken vor der inGang gebrachten Zunge nieder. Noch mehr beför-derte und wirkte das geschriebene, das gedruckte Wort;wie Schießpulver flog es in einzelnen Blattern um-her, und zündete allenthalben. Alle Zeitungsblattersind jetzt voll sprechender, einander widersprechender,erörternder, rakhgebender, beschließender Versamm-lungen; zu allem diesem gehört Sprache und Aufsatz,fertige prompte Rede und eine Geschicklichkeit zu Ent-würfen, d. i. Begriffe aus dem Nebel zu ziehenund ins Licht zu stellen, Klugheit und Muth, Mäs-stgung und Fecker der Rede, Vortrag. Dies istGeist der Zeit; wir können ihm nicht widerstreben,noch weniger dürfen wir ihm entsagen und imSchlummer mit einer gebundenen Zunge und einemschlaftrunkenen Auge Zurückbleiben. Das großeHephata ist gesprochen; auch wir müssen, statt pe-dantisch zu stammeln und zu stottern, vernünftigsprechen und schreiben lernen. Der Deutsche ist vonkurzen Worten; die Zunge ist ihm schwer; er greiftlieber zur Tbat; dies hat ihm genutzt und geschadet.In einer Zeit, wo der Schade davon überwiegendan den Tag kommt, muß jede Schule, jede Erzie-hungsanstalt sich aufmachen, den Verstand und dasUrtheil, den patriotischen Verstand und das recht-schaffene Unheil jedes fähigen Jünglings zu schärfen,daß er einst in seinem Kreise von Geschichte richtigdenken, fertig sprechen, und auch in Schriften undAufsätzen geschickt sich auszudrücken vermöge. Wieweit zurück wir in diesen Fertigkeiten sind, davonliegen die Erweise mit ihren traurigen Folgen am
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