heit kommen, daß jeder Mensch in dem Fache ge-braucht werde, worin er der brauchbarste ist, undvon der schönsten Saat, die Gott gcstreuet hat,durch mannigfaltige Gaben im Menschen, die Frucht,der vielseitige Nutze gezogen werde, die wir ja aufAcckern und Wiesen, von jedem Halm und Strauch,von jedem Schwamm und Baum, zu ziehen suchen.Göttliche edle Talente im Menschen unbenutzt liegen,verrosten und sich selbst aufreiben zu lassen, ist nichtnur Hochverrat gegen die Menschheit, sondern dergrößeste Schade, den ein Staat sich selbst zufügcnkann: denn mit jedem dieser vergrabenen tobten Ka-pitale geht nicht nur, wie man glaubt, Kapital undZins verloren; sondern da diese lebendigen 'Kräftesich nicht eben immer wie tobte Kapitale begrabenlassen, so gcrathen sie an und durcheinander undmachen dem Gemeinwesen viel Verwirrung, viel Stö-rung. Ein nicht angewandter Mensch ruht nicht,sondern weil er leben muß, zumal wenn er erbittertward, kann seine Gaben auch sehr übel anwcnden;bis zuletzt alle diese lebendigen Räder in und durch-einander geraten und der ganzen Maschine ein trau-riges Schauspiel giebt. Das älteste Christentumhielt also sehr viel auf Gaben, Gebrauch derGaben, Anwendung aller Gcten, vorzüglich aufdie Gabe Talente zu kennen und hervor zu su-chen, Geister zu prüfen und zu unterscheiden; allegroße und billige Menschen, die andern verstanden,suchten diesem belebenden Geiste nachzuahmcn, Ta-lente zu wecken und auszubilden, sie hervorzuziehen,an Ort und Stelle zu setzen, zu gemeinschaftlichemNutz.
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