S o p h r o k.
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Geist muß ihm ungebildet, muß in ihm , wie durcheine neue Geburt erweckt werden, daß er einen edle-ren Genuß als den Genuß der Sinne, einen cdlcrn.Zweck des Lebens als Zeitvertreib und Jeitverderb ken-nen lerne, daß Uebung hierin ihm zur Gewohnheitwerde, und er sich in diesem höhern schönern Instinktgleichsam als ein neues höheres Geschöpf, froh, frei,,wirksam und glücklich fühle. Wir wissen alle, die Zeitder Kindheit und Jugend ist die schönste Zeit diesermoralischen Bildung und Umbildung, daß aus demkleinen Menschenthier ein Mensch, daß aus demSklaven der Sinne ein überlegendes, freythatigcs Wesenwerde. Alle Erziehung gehet dahin, oder soll dahingehen, dem Menschen diese innere Macht, diese ein-wohnende Weisheit, dies reine Auge , diesen HellenVerstand, heiligen Geist zu geben, ohne welche alleerworbene Kenntnisse und Geschicklichkeiten müßigesZubehör oder Werkzeuge zum Verderben werden. Wieschon kleidet das Kind, den Jüngling jede Spur ei-ner moralischen Bildung, die man an ihm wahr-nimmt! Giebt es eine holdere Stirn, ein schöneresAuge, als in welchem Zucht und Schaam, Aufrich-tigkeit, Zutrauen, Bescheidenheit und Liebe — GeistGottes wohnen! Giebt es einen schönern Reiz derGcbchrdcn und Glieder, als wenn sie mit reiner Un-schuld, mit sanfter Gefälljgkeit, gleichsam wie mitdem Lei der Freuden zur schönsten Thatigkeit gesalbtsend, und täglich gesalbt werden. Der Ausdruck je-nes cbraischen Jünglings, in dem von Kindheit aufder Geist Gottes wohnte, und ihn zu seiner Aufmun-terung eine fröhliche Zukunft seines Lebens zeig-te: „Wie sollt' ich etwas Unwürdiges thun, und wi-der Gott, das Heilige, das in mir ist, sündigen?"