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Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
Entstehung
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S o p h r o n.

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dieser Zeit seine Seele gekränkt oder verncichläßigt,gekrümmt, ermattet und schlaff geworden, so ermun-tert und erholt er sich kaum wieder. Brich du die-sem jungen Gewächs sein Herzblatt ab, zerknicke sei-nen jungen aufstrebenden Wuchs; du wirst cs baldverwelkt, oder, so lange es da ist, wirst du vielleichteine armselige Pflanze an ihm bedauern. Ich willund mag den Gedanken eines öffentlichen Institutsnicht ausdcnken, in welches junge Gcmüthec in denschönsten Jahren ihres Lebens kommen, daß sie aufLebenszeit vielleicht verwildern oder verwelken.

Ich habe in meiner Anwendung der Lehre Ju-venals bey jungen Leuten ein lebhaftes Gefühl vor-ausgesetzt, von dem was vor oder mit ihnen ge-schieht; und ich lasse mir diese Ueberzeugung, daßsie Gefühl und zwar oft ein sehr feines und richti-ges Gefühl haben, .nicht rauben. Da^/Äuge einesJünglings bemerkt wahrer und scharfer, als dasAuge manches Mannes und Greises: sein Urtheil istoft unpartheyischer als eine Meynung, die sich blosans der Gewohnheit erzeugte und auf dem tragenSchlendrian ruhte. Wir werden alle darüber einsseyn, daß der Verstand junger Leute am meisten, jaeinzig dadurch gebildet werde, wenn man verständigmit ihnen umgeht, zutrauend mit ihnen spricht, unddas Wissenschaftliche verständig treibet; daß ihr Herzam meisten, ja einzig dadurch gewonnen und gelenktwerde, wenn man ihnen ein väterliches, freundschaft-liches, wohlmeynendes, unverdrossen-redliches, gutesHerz zeiget. Der müßte ein Teufel aus der Höllescyn, der in weniger Zeit nicht dadurch gewonnenoder gelenkt würde; und würde ers nicht, so hat derLehrer seine Pflicht gethan und traget bey seinem

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