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Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
Entstehung
Seite
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stelle sich Wächter, die uns selche sagen müssen, odersey sich selbst Wächter. Jedem von uns ist bekannt,an welche Albernheit man sich gewöhnen kann, wennman nicht auf sich merket. 3) Man hüte sich vorallem Despotismus im Umgang und seinen Gesprä-chen. Despoten im Umgang sind die unerträglichstenGeschöpfe; sie brechen die muntere liebliche Unter-richtung ab, halten sie auf, lenken sie seitwärts, undprägen ihre Meynung mit Stolz als Siegel derWahrheit auf. Sie kommen nicht zur Wahrheitund wollen andere nicht dazu lassen. Jeder jungeMensch prüfe sich des Abends, ob er heute eine Un-gezogenheit begangen, eine ungebührliche Rede ge-äußert, einen Diseurs verderbt, eine Antwort gege-ben, oder sonst ein Betragen gezeigt hat, mit demandre, mit dem Er nicht zufrieden seyn könnte. ZurUnfreundlichkeit ist uns die Rede nicht gegeben. Bcyallem kommt es vorzüglich darauf an, daß unsreRede ganz sey und wasGanzes bestimmt sage.Der Deutsche halbirt außerordentlich gerne, und haltsich niedcrtrachtigerwcise an die Halbwahrheit. Ent-weder antworten wir wie der Unterofficier mit demKnittel:Hum > Ham !" ohne zu fragen, ob der an-dere daraus klug werde; oder wir sprechen wie Dienst-boten , Lakapen komplimentenvvll, herumgehcndum die Wahrheit. Dafür halten uns dann auchdie fremden Rationen. Sie sagen, man kenne einenDeutschen an seinen Komplimenten, an seiner An-rede oder Antwort, am Ton seiner Unterredung.Entweder sey er ein Grobian, oder ein schleichenderHosirer, oft bcydes zugleich. Das, was man sagenwill, rein, ganz bestimmt und doch artig, höflich zusagen, und ein Ende in seiner Rede finden zu kön-