S o p h r o n.
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Ausgang findet; überläßt man sich im Scherz gro-ben Zoten, beleidigenden Ausdrücken, und dem un-sinnigen Aberwitz von Wortspiel und Lächerlichkeitenüber die niemand lacht; so läuft man Gefahr, ewigein deutscher Bauer zu bleiben, welchen Rock manauch trage. — Eure Rede sey allezeit lieblich undmit Salz gewürzct, sagt Paulus; und Christus sagt:habet Salz bey euch; wenn das Salz wie eureSpäße abgeschmackt und dumm werden, so schüttetsie auf die Gaffe u. s. w. Es gibt kein beschwer-licheres Geschöpf der menschlichen Gesellschaft, alsein Mensch von dummen Reden; und kein erbärm-licheres Glied unter den menschlichen Gliedern, alseine vorlaufende, stolpernde, stotternde, grobe oderunzeitig spitzig - und feingeschliffne, dumme Zunge.
Um zu dieser Nüchternheit im Reden des Umgangsund zu einem guten Styl der Gesellschaft überhauptzu kommen, hat man einige Regeln der Vorsichtnöthig: 1) Man falle niemanden in die Rede; einMensch, der dem andern in die Rede fallt, ist einWahnsinniger, wie die Indianer sagen, oder wie an-dere sagen, einer seines Verstandes nicht mächtiger,dem niemand viel zutrauet. Im Buch Hiob warElihu so voll von Weisheit, daß ihm der Bauchbersten wollte; er wartete aber doch, bis die Alteausgeredet hatten, ans Ende. 2) Man hüte sich vorgewohnten Eigenheiten und Lieblingsausdrücken, da-durch man entweder lächerlich oder eintönig wird,weil man sie gemeiniglich zur Unzeit wiederholet.Fast niemand kann ihnen ganz entgehen; insonder-heit haben sie Leute, die viel reden müssen, und ohneVorbereitung reden; doch aber hüte man sich vorihnen und schränke sie so viel möglich ein. Man be--