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S o p h r o n.
chende, grobe Barbaren. — Sprache ist durch Um-gang, nicht in der Einsamkeit entstanden; durch Um-gang wird jeder Ausdruck in ihr gewetzt und polirt.Auch im Umgänge sollte man sich nie einen Barba-rismus erlauben; alle gebildeten Stünde in andernNationen sprechen im Umgänge ihre Sprache korrekt;nur der einzige Deutsche nicht, der spricht und er-zählt, etwa wie die Hebamme in Shakespeare. JungeLeute sollten sich unter einander aufgeben zu bemer-ken, wo jemand von ihnen einen Sprachfehler ge-macht habe; dies ist keine Pedanterie, sondern setztuns fürs ganze Leben in den sichern Besitz eines re-gelmäßigen guten Ausdrucks. — Noch mehr sollteman sich befleißigen, jedesmal aufs beste und anstän-digste zu reden. Wenn man gefragt wird, aufs be-stimmteste und gefälligste zu antworten; wenn manerzählen soll und will, aufs anmuthigste zu erzählen;oder wenn man eine Bitte, einen Antrag zu thunhat, sie aufs bescheidenste und würdigste zu thun;selbst unangenehme Dinge, Verweise u. dgl. ohneZorn und Grobheit auf die anständigste, nachdrück-lichste und zweckmäßigste Art zu sagen. Das ist derwahre Atticismus, Politesse, Urbanität, oder wieman sonst den guten Ausdruck in der gemeinenSprache des Lebens nennen möge. Durch ihn ha-ben sich alle wohlgesittete, bürgerliche Nationen un-terschiedm. Antwortet man dagegen einem Fragen-den, wenn es auch ein Unbekannter wäre, wie einBauer, halb, schief, quer, und weiß nicht, ob manden Mund öffnen soll — erzählt man wie rjn Trun-kener, das Vorderste zu hinterst, das Hinterste vor-an , in ellenlangen Einschiebseln und Parenthesen, sodaß man nie zum Zweck kommt, und nirgend den