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Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
Entstehung
Seite
170
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ersten Schriftsteller fremder Nationen las! Kaumreicht in meinen spätern Jahren etwas an dieseFreude, an dies süße Erstaunen. In der Jugendist die Seele der Biene gleich, die in dem erstenschönen Frühlingstag an jedem Kelch der jungenBlumen hangt, und ihren ambrosischen Honig saugt;im Herbste des Lebens geht man üb-er gemähte Wie-sen, oder gar über gebrauchte und Stoppelfelder.

Zum guten Lesen und Auswendiglernen gehörtnothwendig eigne Komposition, so eingeschränkt dieseauch, seyn möge. Man muß sich im Schreiben üben,wenn man richtig sprechen, wenn man genau lesenund hören will. Also kleine Aufsätze von allerleyArt, Auszüge aus Büchern, theils stellenweise, thcilsnach dem ganzen Plan des Buchs und seiner An-ordnung , dies sind die Zellen, die sich der Fleiß derBiene bauet, die Körbe, in denen sie ihren Honigbereitet. I^ulla stieg sine linsn, kein Tag mußyorübergehen, wo nicht ein junger Mensch für sichselbst etwas schreibet; er hole nur nach, was er ver-gessen möchte, oder setze sich seine Zweifel auf, oderberichtige dieselbe, oder epcerpire oder komponire, inwelcher Uebung es auch sey. Der Griffel , d. ü beyuns die Schreibseder, schärft den Verstand, sic be-richtigt die Sprache, sie entwickelt Ideen, sie machtdie Seele auf eine wunderbar-angenehme Weise tha-tig. ldlrrlla stiss sins lirrsa.

Am innigsten aber wird Sprache und Rededurch Umgang gebildet; und leider wir Deutschenutzen den Umgang zur Bildung unserer Spracheund Rede fast gar nicht: darum heißen wir bey an-dern Nationen so oft stumme, oder ungeschickt Sprc-