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Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
Entstehung
Seite
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S o p h r o n. i§S

senden Sprache eine schöne Anlage zu Vernunft undKultur geerdet.

Wem dieses Glück nicht ward, der muß infrühen Zeiten, bey noch biegsamen Organen seineSprache bessern; er lerne sprechen wie die Men-schen, deren Sprache ihm am reinsten, deutlichsten,charaktervollsten, lieblichsten tönt; sein eigner Ver-stand, sein Ohr sey hierin Richter. Diese Menschenhöre er oft und mit Liebe; ihre Stimme umschalleihn auch in der Einsamkeit, wie dort den Agamem-non, da er vom Traum erwachte, Nestors Stimmeumschallte.

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Er ahme ihnen aber nicht, wie jener amerika-nische Vogel, der die Stimme anderer Vögel nach-ahnrt, unverständig und knechtisch nach. JungeLeute, die sich zu einer schönen Rede bilden wollen ,fallen ungemein bald ins Affektirte, und ich kennemehrere, die jetzt noch das Gymnasium besuchen,andere, die es vor dem besucht haben, die sich ei-nen erzwungenen feinen Ton der Stimme, den dieItaliener voce kinta nennen, eigen gemacht haben,ob er ihnen gleich nicht eigen und keinem Menschennatürlich ist. Die Rede ist Ausdruck der Seele, eindarstellendes Bild aller unsrer Gedanken und Em-pfindungen; sie muß also Charakter haben,' undnicht den Tönen gleich seyn, die man hinter demStege hervorgeiget. Wie unser Körper nicht bloSNerven und feine Fibern, oder zierliche Blut- und

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