Wind und Wetter blos klagen und jammern, nichtaber sein Schiff regieren , es über Klippen und Stru,del, unter Wetter und Winden weife führen will oderkann, so ist er ein böser Schiffer; und der ist ein bö-ser Schulmann, der über seine Jugend nichts als zuklagen weiß. Dagegen zeigt sich, wie ein erfahrnerFeldherr, wie ein unverdroßncr Schiffer, der verstän-dige, unablaßig bemühte, gerechte, billige, gütigeLehrer seiner Klasse mit Freude und Ehre. Er legtRechnung ab von dem, was er sollte und wollte, wieweit er kam und warum nicht weiter? Was ihm oderseiner Klaffe, und warum es ihnen fehlte? Er wirdjeden Wink, der ihm geschieht, jeden Rath, der ihmgegeben, jede Vorschrift, die aufs neue eingescharftwird, willig und freudig aufnchmen: denn besser, spatgelernt, als niemals; lieber unvollkommen gebessert,als gar nicht, ehrlicher und edler gestrebt, als ge-schlafen. Für einen getreuen und rechtschaffenen Leh-rer sind die Tage des Lxaruinis festliche und Tri-umphstage: seine Jahresrechnung wird ihm abgenom-men, und sein Gemüth erleichtert sich, wenn er ste-het, das jemand an der Bürde, die ihn das Jahrhindurch allein drückte, redlich und kräftig Theilnimmt.
Gleichcrgestalt ist auch für die Schüler das Exa-men eine Zeit des Festes. Nicht etwa nur, weil dieFerien darauf folgen, und mancher in eine andereKlasse oder auf die Akademie geschickt wird; sondernweil Jeder, mehr oder weniger Gelegenheit bekommt,sich öffentlich zu zeigen, von seinem Wissen Rede undAntwort zu geben, und sich durch die Art seiner Ant-worten , durch seine Ausarbeitungen und Proben,durch das Lob, das ihm gegeben wird, öffentlich zuHerders Werke z, Pbit, u, Gesch, XII. L