gehörige Notiz nimmt, und mit einem schläfrigenAuge über Verderbnisse und Vorurthcile, als ob siedoch nicht zu ändern seycn, hinwegglcitct. Lehrerhandeln gegen ihre Pflicht, wenn sie die Mißbräucheihrer Klaffe verschweigen, oder hartnäckig als alte Ge-wohnheiten unterstützen, und überhaupt irgend etwasans Licht zu bringen unterlassen, was zur gesetzmäßi-gen Verwaltung des ihnen anvertrauten Amts gehöret.Nur durch die vereinigte Sorgfalt aller, die einemöffentlichen Institut verstehen, kann dasselbe im Gan-ge erhalten, vom Rost, der sich mit Jahren undJahrhunderten in seine Fugen anscht, allmählig ge-reinigt und wo möglich in Glanz und die thätigsteWirkung gesetzt werden. Ohne Examen und Visita-tionen entschläft jede öffentliche Anstalt und athmetzuletzt, wie nach der Legende der h. Johannes thunsoll, sanft und unwirksam im Grabe.
Ohngcachtet der kurzen Zeit zeigt sich bey einemöffentlichen Examen der Lehrer vielleicht mehr, alsals ers selbst meynet. Nicht nur seine Lehrartwird offenbar, sondern auch der Geist und dasGemüth, mit welchem er seine Klasse betrachtetund behandelt. Ob er die Sprache und Wissen-schaft, die er lehrt, selbst innc habe? wie er sie vor-zutragcn wisse? mit welchem Glück er arbeite? ob ermit Verstand und väterlichem Gemüth die ihm An-vcrtrauten ansche und übe? ob er von ihnen geehrtund geliebt, oder blos gefürchtet und betrogen werde?ob ihm die Klasse, mithin auch er der Klaffe zur Lastsey? Das Alles wird in einigen 6xamin.ibrr8 sehroffenbar. Weiß er nichts, als über die Schüler zujammern und zu klagen, so stst das schon ein bösesZeichen: denn wenn der Schiffer auf dem Mccr über
Wind