Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
Entstehung
Seite
157
Einzelbild herunterladen
 

S o p h r o n.

127

dachtniß seinen Dienst, wo er die Sache selbst sehrgut weiß; oft die Sprache. Der etwas bedächtigereKops ist deshalb nicht der ungeschicktere, und derdreiste, kecke Knabe, der vorschreycnde Staar, derschwatzende Papagei), wenn sie sich gleich im Lxa-miriL durch Aufalle am besten auszeichncn, sinddeshalb nicht die wünschenswürdigsten Subjekte.Hier also verläffet sich die Ephorie auf die tabulasosnsorias, bey denen sie voraussetzt, daß sie ohneHaß und Liebe, mit aller Unpartheylichkeit eines Rich-ters und gütigen Bakers abgefaßt sind, und bevmexamins selbst bleibt der Wahlspruch gut und-thig: Eile mit Weile! Uebcreilc dich nicht mit Fra-gen, übereile niemanden in seiner Antwort. Lieberweniger Lectionen ruhig und sanft durchgcführt, alseine nach der andern wie Wetterwolken vorbeystrci-chen lassen, in deren Mitte man wie in einem Last-wagen fortgeführt wird, und hintennach, wenn manwieder zur Erde gelangt, sich nur betäubt fühlet.Nur dann wird ein Examen für die Antwortendenund Hörenden angenehm, wenn jede Lcction so lan-ge festgehalten wird, bis die Profectus der Klassein derselben wie ein Gemälde mit Licht und Schat-ten erscheinen, und man dadurch zum neuen Ge-mälde der folgenden Lcction vorbereitet, gestärkt undgleichsam oricntirt wird. Ein Lehrer, der seineKlasse kennet und liebt, wird also auch die Fragenso einrichten, daß sie beantwortet werden können,und wird sie an solche richten, die sie ihm etwa ambesten beantworten mögen: hierdurch wird Nacheife-rung in die Klasse gebracht, und Nacheiferung istbesser als Beschämung. Die Stummen, die sodannZurückbleiben, sind sich selbst die größte Schande,