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Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
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S o p h r o n.

läutert und lehret. Daß er dies thun könne, trautman ihm zu; ja man fleht voraus, daß ers gethanhabe. Die Methode, die man an ihm zu sehenwünscht, ist die, daß er die Fragen geschickt einzu-leiten und die Antworten aus der Seele des Schü-lers hervorznholen wisse; daß er den Fehlern desAntwortenden zuvorkomme, und sie ohne Beschä-mung dessen, leicht und geschickt verbessern, kurz,daß er nach jenem berühmten Glcichniß des Sokra-tes, nur die Hebamme, der Diener fremder Gedan-ken und Kenntnisse sey, und die Kenntnisse seinerZöglinge gleichsam zu Tage fördere. Mit Nichtenkommt cs hier darauf an, daß Key -einer Wissen-schaft und Lehre alles gesagt werde, was beym Vor-träge darüber gesagt ward; dieser falsche Schein vonGründlichkeit oder Vollständigkeit, die jede Materiegleichsam erschöpfen will, verengt die Zeit und dieGemüther, sowohl derer, die da hören, als die daantworten. Er benimmt dem kxsniiwi das Leben,und den kr-xuminatoribuz die Ansicht des Ganzen,worauf es hier am meisten ankömmt. In seinerKlasse sey der Lehrer bis, aufs Kleinste genau undgründlich; jetzt zeige er uns nur, daß er genau undgründlich gewesen. Die Wurzel bleibe in der Erde ;er zeige uns ihr Gewächs, dessen Blumen undFrüchte.

Auch kann cs nicht die Absicht der LxairririL-toruni se»n, jeden Schüler in seinen preckscnikusbis auf ein Haar kennen kernen zu wollen: denndiese Absicht wäre nach Ort und Zeit ganz unerreich-bar. Nicht jeder Schüler hak Gegenwart des Gei-stes genug, um in jedem Augenblick auf jede Fragegleich gut zu antworten. Oft versagt ihm bas Ge-