Von der Bescheidenheit, verseunckirrot xuckor. (Nach dem Examen gehalten),t 7 9 4-
Der Integrität, von der ich zu Eröffnung desnun vollendeten Examens geredet, habe ich zum Schlußdesselben eine, jedem Gemeinwesen unentbehrlicheedle Schwester zuzuführcn, die holde Schaam(verscunclis et nuckor).
Sie ist nicht etwa blos das Mißfallen, das einRechtschaffener mit sich selbst hat, wenn er sich nichtin albn Stücken inte^re, rein, lauter, ganz, un-entweiht findet; sonst wäre sie'immer eine traurigeGöttin; sie ist mehr und oft etwas anderes gls die-ses. Jene sittsame Bescheidenheit nämlich,die das Maas ihrer Kräfte, ihrer Verdienste, sammtder Größe ihrer Pflichten kennt, und nicht mehrvon sich kalt, als sie ist; die eher zu bescheiden, alszu stolz und anmaßend von sich denkt, die sich nicht-zur Schau stellet, sondern lieber das sittsame Ge-wand der Verhüllung wählet. Sie ist jene Nüch-ternheit des SinneS (oa-npLoo'uiu)), die auch in ihrenWünschen, in ihren Forderungen und Ansuchungengegen andre Maas halt, die nicht nur eigne, sondernauch fremde Kräfte mißt, die nicht fordert, daß Romin einem Jahr gebaut werde, noch weniger vorgibt,daß es schon und durch sie selbst gebauet scy: die