S o p h r o n.
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und Lkibesgaben: so haben die Griechen auch vor-züglich eine empfehlende liebenswürdige Eigenschaftdabey nicht vergessen, ine Bescheidenheit, dieholde Schaam. Was man in der Kunst Ge-nius nennt, ist kein wilder, auffahrender, sondernein sittsamer bescheidener Götter - Jüngling. Sanftsenkt sich sein Haupt; unschuldig blickt sein Auge;auf seine Wange, auf seine Lippe ist Graste gegos-sen und er selbst kennet sie nicht; er blickt daher,wie aus Elysium, wie in einem holdseligen Traume.Dies , dies sanfte Glückliche, un-
terscheidet die Genien von andern Gestalten, selbstvon einem schonen runden Bacchus, dem es rechtwohl ist, dem aber dieser G e n ie n b I ick, diese süßeNüchternheit fehlet. Gewiß wurden in solchenGenien die schönsten Knaben und Jünglinge Hochge-bildet, in deren Augen, wie die Griechen sagen, dieSchaam wohnte. —- Der Genius dieses Ortsihr Jünglinge liebt, vor allen andern, diese himm-lische Gabe, Bescheidenheit und Zucht. Bey jedemSchaamlosen, unanständigen Wort und Betragenruft er entrüstet:
xiinAs ckuos snguss! sacsr esi locus! exlreernejits —
2. Das göttliche (-ö-Lwv, in einem
Menschen ist zwar eine Gottesgabe; es muß aber durchgöttliche Menschen erweckt werden, .wie Plato inMehrern Gesprächen zeigt. Euch erscheint hier derGenius des Alterthums; die Stimmen und Thatender größten und schönsten Seelen der Vorzeit werdeneuch hier vor Ohr und Auge gebracht; ihr Geistspricht zu euch, laßt euren Geist ihm antworten.Hepders Werke z. Phil. u.Gesch. XU. K Soxl-ron.