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Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
Entstehung
Seite
111
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S o p h r o n.

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schen, der Geschmack hat, Jahraus Jahrein gesehenzu werden Für euch ist diese äußerst mittelmäßigeBande gar nicht; glaubt mir dies auf mein ehr-liches Wort. Ich hasse das Theater nicht; aberein schlechtes Theater ist das jämmerlichste Ding,nicht nur unter der Sonne, sondern auch Key Abend-lichtcrn. Und sich mit dieser Bande einzulaffen, mitKomödianten Umgang zu haben, Komödiantcnweiberzu besuchen, Komödianten ihre Rvllen abznschrciben,und dergleichen, ist einem Gymnasiasten durchausunanständig. Wer sich hicbey das Geringste zuSchulden kommen laßt, wird, wenn er eine fürst-liche Wohlthat genießt, sogleich derselben verlustigund, wenn er sein Verhalten nicht ändert, aus demGymnasio selbst ausgeschlossen werden. Ihr habtan zwcy oder drei) eurer Mitschüler eine Probe, wo-hin der Umgang mit Komödianten sie gebracht hat,und diesem Uebel sock fernerhin nicht nachgcsehenwerden. Ein gutes Theaterstück zu sehen, ist keineSünde; nach schlechten aber zu laufen, ist Nichtnur Sünde, sondern ungereimt, abgeschmackt undkindisch. Äuch für euch wird die Zeit kommen, daßihr Theaterstücke sehen könnt und beßre, als hiergrößtenteils gespielt werden. Jetzt aber ist die Zeitfür euch noch nicht da. Ihr habt andere Geschäf-te, und euer Geschmack ist noch nicht gebildet, um"ein gutes und schlechtes Stück unterscheiden, odetdas erstelle gehörig nutzen können. Die kleinenVerdienste über dem, sich durch Abschrecken derRollen einen Freyvlatz auf dem Parterre und derglei-chen , zu erwerben, sind für einen Gymnasiasten nie-derträchtig und abscheulich. Komödianten will un-