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Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
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S o p h r o II.

tüchtig ist, auch xriniarn besuchen darf, ohne daßim mindesten die Ordnung der Klassen gestört wer-de. Dies wird Feuer und Nacheiferung in die Schü-ler bringen, weil sie sehen, daß man allenthalben'auf ihren Fleiß, auf ihre Fortschritte, auf Gerech-tigkeit und Billigkeit achtet. Jede neu angehendeLection wird ihnen eine neue Klasse werden, und je-der wird sich bestreben, den Ort in einer Arbeit nichtzu verlieren, den er sich in einet andern erworbenhat und den ihm sein eigener Fleiß, die Billigkeitund das Recht zittheilte.

Der dritte Borwurf betrifft die Sitten öffentli-cher Schulen, und hier muß ich mich an euch wen-den , ihr Schüler. Ihr wisset das Sprichwort,daß ein verpestetes Schaaf die ganze Heerde an-steckt, und manche von euch werden es verführendoder verführt an ihren eigenen Exempeln wissen,was eine öffentliche Schule fey. Alles Gute undBöse theilt sich mit, Fleiß, Eifer, Aufmerksamkeit,Artigkeit, gute Sitten; aber auch Faulheit, Nach-lässigkeit, Nichtswürdiges, liederliches Gewäsch, Grob-heiten und böse Gesellschaft. Ihr seyd also in demFall, auch ohne daß ihrs wisset, zu bauen oder zrtzerstören, zu verderben und verderbt zu werden, oderandere aufzumuntern und Sterne zu seyn, die auchfür andere glanzen. Welches von bepdcn wdllet ihrwerden? Unser GvMnasium ist in einer Residenz-,und zwar, welches noch arger ist, in einer kleinenResidenzstadt, wo sich jede Verführung, die auch aus-ser dem Kreise des Gymnasiums liegt, sehr leichtauf dasselbe ausbkcitet. Jeden Winter kommen Ko-mödianten her, und zwar großentheils elende Ko-mödianten, die schwerlich verdienen, von einem Men-