Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
Entstehung
Seite
104
Einzelbild herunterladen
 

104 S o p h r o n.

che Regenten, die eine öffentliche Schule verachten,blos weil sie eine alte, nicht von ibnen gegründeteAnstalt ist, die Geschichte des Hundes in der äsopi-schen Fabel, spielen, der das Fleisch fallen ließ, daser im Munde trug, und nach dcni Schatten desFleisches im glänzenden Strom schnappte.

Jeder öffentliche» Anstalt ist also daran gele-gen, die Vorwürfe in sich zu heben, die man allenöffentlichen Anstalten macht und da ich hier leidernicht vor den Gliedern des Staats, sondern nur vorden Gliedern der Schule selbst zu reden habe: so

will ich nur dccy dieser Vorwürfe ausheben, undnach meinem Bedrucken die Mittel zeigen, wie ihnenzu entkommen wäre.

Der erste Vorwurf ist, daß bey so zahlreichenKlassen, als meistentheils in öffentlichen Schulensind, unmöglich alle Lehrlinge derselben zu jeder Zeitgenugsam beschäftigt werden mögen. Der Vorwurfhat viel Wahres, und unser Gymnasium fühlt dieBürde derselben gnugsam. Allerdings sind die mei-sten Klassen zu stark besetzt und der Lehrer sind zuwenige. . Wie indessen der Schiffer, der auf dem ho-hen Meer gegen den Wind fährt, nicht seine Händesinken läßt, oder seine Steuer und seine Seegel demWinde und den Wellen Preis giebt, sondern mitdesto größerer Kunst die Secgel richtet und seineSteuer lenkt: so hat auch der Lehrer auf seinemgroßen Strom einer zu zahlreichen Klaffe desto mehrAufmerksamkeit und Anstrengung, desto mehr Wahlund Behutsamkeit nöthig. Er ließe völlig seine See-gel und seine Steuer sinken, sobald er die Bequem-lichkeit wählte, einen Theil der Klasse müßig zu