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Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
Entstehung
Seite
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S o p h r o >i.

in der Fertigkeit, bestimmt, schön, mächtig, reich,fließend, oder mit Nachdruck zu reden, zu einetHöhe, vor welcher uns jetzt schwindelt. Beynah auSdem Stegreise hielt Cicero seine Rede für den Ros-cius: in wenigen Tagen hielt er seine kaiilinaoischenund philippifchen Reden schnell auf einander: in we-niger als zwey Monaten schrieb er seine drey Büchervon der Natur der Götter, zwey von der Divination,seinen Lalius und Cato: in weniger als drey Jah-ren alle seine philosophischen, und die meisten rheto-rischen Werke, nicht nur die wir haben, sondern auchviele, die untergegangen; und das alles nicht in einertragen Muse, sondern mitten im Strom einer stcu-delvollen Republik, unter einer Menge der wichtig-sten, selbst gefahrvollen Geschäfte. Wer das thunwill, muß gewiß seine Seele besitzen, und sowohlseine Sprache als einen reichen Vorrath von Sachen,Kenntnissen und Erfahrungen bereit haben. Eben soerstaunen wir, wenn der griechische Sophokles einigeachtzig Trauerspiele, viele in kurzer Zeit, schreibenkonnte, deren Reste wir noch bewundern: wir er-staunen über die Menge Schriften, die von Aristo-teles , Plutarch, Polybius, u. a. angeführt werden,und die alle doch das Siegel der Vollkommenheit aufsich tragen; welches nebst vielen andern Ursachen auchdaher rührt, daß die Sprachen, in welchen sie dach-ten, redeten und schrieben, g.enau - und schöngebildeteSprachen waren, und sie im Gebrauch derselbendurch unermüdete Uebung eine Fähigkeit erlangt hat-ten, welche wir nur zu oft versäumen. Wer vonSchreibern und Scriblern getraute sich, Bücher zumachen, die in Ansehung der Schreibart, noch mehreiber in Ansehung der Denkart an die Einfalt und