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S o p h r o n.
Pracht, an die Kürze und Fülle, an die Reinigkeitund Bestimmtheit jener alten Meisterwerke reichten?wer gctrauete sich, es in so kurzer Zeit zu thun, wiejene cs gcthan habend Also stehen diese Altvater dermenschlichen Geistesbildung, als ewige Muster desrichtigen, guten und geübten Geschmacks und derschönsten Fertigkeit im Gebrauch der Sprache voruns; an ihnen müssen wir unsre Denk-und Schreib-artsormen, nach ihnen müssen wir, Menschen nützlichzu werden, unsre Vernunft und Sprache bilden. Sowie der Künstler, wenn er sich gleich dem Apollound Anrinous, die Töchter der Niobe, und den Lao-koon schwerlich zu erreichen getrauet, dennoch mit un-verrücktem Fleiß diese Meisterwerke der alten Kunstnachzeichnct, nachformct und studirct, weil er anihnen die höchsten Regeln der Kunst wahrnimmt: sosollen auch wir die Muster der alten Denkart, undan ihnen ihre Einfalt und Würde, ihre bestimmteGenauigkeit und Wahrheit, ihren Wohlklang, ihreschöne Nündc und Harmonie, ihre Kürze mit ihremReichthum zum Vorbilde unsrer Gedankenwcise undunsres Vortrages, insonderheit in frühen Jahren,unablässig studiren. Dies thun wir nicht nur umLatein schreiben zu können, wiewohl auch dieses einrühmlicher, nützlicher und beneidenswcrther Zweck ist,sondern nach Art der Alten denken und schreiben zulernen, gesetzt, daß wir auch in der Sprache derHottentotten schreiben müßten. Denn auch in derHottentottensprache würde man gar bald den erken-nen, der aus dem kastalischen Quell der griechischenMusen getrunken, oder seinen Ausdruck zur Be-stimmibei't und Würde der römischen Schriftsteller ge-bildet hat. Er möge nachher Briefe oder Akten,