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Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
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S o p h r o n.

Lassen Sie sich also, m. H., wenn Ihnenkünftig, und ehemals, dergleichen ungeschlachte Ur-theile Vorkommen sollten, von ihrer cdeln und rühm-lichen Bahn nicht ablocken; der Jüngling lernt niezu viel; wenn crs nicht für andre lernt, so lerntcrs für sich, zu seinem Nutzen, zu seiner Lehre undErholung. Wenn nicht für sein Vaterland, so fürandre Lander; (denn rings um Weimar ist die Weltnicht aus;) und je tüchtiger ein Mensch ist, best»mehr ist er für mehrere Länder brauchbar. Fürsliebe Studieren soll der Mensch am wenigsten undeigentlich gar nicht lernen, sondern fürs Leben,d. i. für den Gebrauch und die Anwendung in allenStänden und Professionen der Menschen. Was ichals Theolog gelernt habe, suche ich immer mehr zuvergessen, auch zwingt mich mein Amt dazu; undeben dadurch werde ich ein geprüftercr Mensch, einnützlicherer Bürger. Der Schaum des Getränks istnicht genießbar; man läßt ihn sich setzen und trinktalsdann, ob cs gleich sehr gut ist, daß manche Ge-tränke schäumen. So ists auch gut, wenn die Ju-gend viel und viclerley, und zwar das Viele mit Ei-fer, mit Liebe und Enthusiasmus lernet, studierensoll sie deswegen nicht: denn eigentlich sollte keinMensch studieren, damit er studiere oder studierthabe. Je fceycr sie in die Welt hinein sehen, jemehr Blick sie für die Wege der Brauchbarkeit unddes Glücks erhalten wird, desto wenigere werden stu-dieren: sie werden fleißig und arbeitsam seyn, umgute tüchtige Menschen zu werden. Die Zeit ist vor-bei) , da man einen Theologen seiner schonen Gesti-kulation, oder einen Juristen seiner feinen Kniffewegen, zu seiner künftigen Lebensart bestimmt; der