S o p h r o n.
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und gebrauche ihn nachher nach Herzens Lust undnach deines Standes Bedürfnis Ob du an Eric-chen oder an Römern, ob an der Theologie oderder Mathematik denken gelernt, d. l. deinen Ver-stand und dein Urtheil, dein Gedächtniß und deinenVortrag ausgcbildet habest; alles gleich viel, wenn sienur ausgebildet sind und du mit so Hellen, scharfen,polirten Waffen ins Feld der öffentlichen und der beson-dern Geschäfte eintkittst. Du magst deinen Wetzsteinzurücklegen oder bey dir behalten, die ersten Gegenstän-de und Uebungen des Erkennens mögen dir unwerthoder werth bleiben, gnug, wenn sie, was sie bey dirausrichten sollten, ausgerichtet haben, und du Nichtals ein Erdklos, sondern als ein Mensch, nicht alsein roher Stamm, sondern als eine ausgcarbeitete,wenigstens als eine behobelte Bildsäule die Schuleverlässest. Das übrige und nähere der Kunst wer-den dir künftig der Meister und die liebe MeisterinErfahrung schon selbst sagen. Ich halte cs also fürsehr thöricht, wenn man bey jedem Schulbuch, beyeinem Äesopus und Phädrus, beym Cornelius uni»Anakreon, oder gar bey einzelnen Theilen einer Ar-beit , bey einem Quadrat und Cirkcl, bey einem xe-riocko der Geschichte oder einer Aufgabe des Stylsdie Frage anstellte: uui dono? Au keinem andernkonoals daß der Knabe reden und schreiben, sei-nen Verstand, seine Zunge, seine Feder brauchenlerne; oder daß sein Geschmack gereinigt, sein Urtheilgeschärft und er gewahr werde, daß in seiner Brustein Herz schlage. Nachher mag er Lehrsatz und Fa-bel, Geschichte und Gedicht vergessen, wenn und w»er will, gnug, er hat an und mit ihnen, was ersollte, gelernct!
Herders Werk« z. Phil,». Gisch. F Sopran.