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Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
Entstehung
Seite
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S o p h r o n.

nicht ungescheut, ohne Rücksicht auf Zeiten undMenschen geben dürfte? Je reiner eine Wissenschaftgelehrt wird, desto schulmaßiger wird sie; und jeschulmaßiger, desto reiner soll sie werden.

Ein gleiches ists mit der Auswahl der Wissen-schaft für die Jugend. Obgleich eben dieser Punktfür den schwersten angegeben zu werden pfleget. Mansagt: was für diesen taugt, taugt nicht für jenen;und es ist wahr, sobald man sich auf die künftigeBestimmung jedes einzelnen Jünglings cinlaßt. Al-lein wenn man darauf sehen wollte, sollte statt Ei-ner, sieben Schulen und statt sechs oder sieben ar-mer Lehrer, dreyßig da seyn, wenn man so vornehmund ekel Schulen für Juristen und Kuchenbäcker, fürKameralisien und Leinweber haben wollte. Die öf-fentliche Schule ist ein Institut des Staats, alsoeine Pflanzschule für junge Leute, nicht nur alskünftige Bürger des Staats, sondern auch und vor-züglich als Menschen. Menschen sind wir eher, alswir Profkffionistcn werden, und wehe uns, wenn wirnicht auch in unscrm künftigen Beruf Menschen blei-ben ! Von dem was wir als Menschen wissen, undals Jünglinge gelernt haben, kommt unsre schönsteBildung und Brauchbarkeit für uns selbst her, nochohne zu ängstlicher Rücksicht was der Staat aus unsmachen wollte? Ist das Messer einmal gewetzt, sokann man allerley damit schneiden, und nicht jedeHaushaltung hält sich eben ein ander Gedeck, dasBrod, ein anders das Fleisch auseinander zu legen.So ists auch mit der Scharfe und Politur des Ver-standes. Scharfe und poliere ihn, woran und wozudu willt, genug, daß er geschärft und polirc werde,

und