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Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
Entstehung
Seite
61
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S o p h r o II.

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aber bald an Hebung und Verbesserung, bald anGründen seiner Lehre, mithin cm Sicherheit undGewißheit, bald am Vorträge für andre, also anKlarheit, Deutlichkeit und Ordnung. Im Vorträgeder Schule findet sich düs alles von selbst; ich ler-ne, warum ich so schreibe, wenn ichs auch nichtdurch den Bake! lerne; ich höre, und muß antwor-ten, folglich lerne ich mich selbst erklären. DerLehrer lernt, indem er lehret; der Schüler lerntlehren, indem er lernet, so bekommt die Wissenschaftauf unsre ganze Lebenszeit in unscrm Kopf und inunsrer Hand Klarheit, Leichtigkeit, Wohlgestalt undOrdnung.

Ich wünschte abermals Raum zu haben, Be-weise aus der Geschichte der Wissenschaften gebenzu können, wie fast immer aus Schulen und durchSchulen Richtigkeit, Klarheit, Deutlichkeit, Ordnungin sie gekommen, oder in ihr erhalten worden sind;da gegentheils die Selbstgelehrtcn und Genieschwar-mer, wenn sie auch treffliche Köpfe waren, sich sel-ten dieser Vorzüge rühmen konnten. Bald schwebteDunkelheit über ihnen und ihre Seele, so wie ihreSchreibart war jenem Choas vor der Weltschöpfungähnlich. Bald konnten sie denken und schreiben;aber nicht sprechen; bald erfanden sie sich auch imStyl eine neue Sprache. Ihre schönsten Gedankengingen also verloren, weil sie solche nicht auszudrük-ken wußten, und sie bcklagren^es oft zeitlebens, daßihnen Schule, Sprache, Uebung und Methode feh-le. Wenn gegentheils in Wissenschaften und Kün-sten sich feste Grundsätze erhalten, und durch fortge-setzten §leiß ;u immer mehrerer Vollkommenheit aus-gebildet haben, wodurch geschähe dieses als durch