6v S o p h r o n.
lernen. Er flehet, wenn er seines Namens werchseyn will, von seinen Kenntnissen die Gründe ein,folglich besitzt er ein Richtmaas, daS er an meineHebungen legt, und diese dadurch verbessert: besitzter Methode, so kommt dadurch Ordnuiw in meinenKopf, und die halbe Wissenschaft ist Ordnung. Erspricht darüber; folglich lerne ich auch sprechen undden Wund offnen. Er spricht, daß er verstandenseyn will, und wird dies wenigsten? durch U bunggelernt haben; auch ich eu wohne mich a'io an klareWorte, an deutliche, b stimmte Begriffe , die mirbleiben, und die ich nachher anwenden kann, wo ir-gend sich die Geleacnheit darbeut. Dies, m. H., isteine ganz andre Sache, als bie und da aus Büchernetwas zusammcnlc'en, was weder zum Kohl noch zumSalat taugt, oder sich gar Wissenschaften, Regelnund Künste selbst erstnden wollen, wie sie uns derGeist, oder vielmehr der Wind zuführet. Wissen-schaften lassen sich nicht erfinden: sie dürfen auchnicht erfunden werden, denn sie sind einem grossenTheil nach schon da: seit Jahrtausenden hat dermenfchliche Geist ihrer mehr erfunden, als wir ler-nen werden; drum sollen wir sie auf dem kürzesten,richtigsten, gewissesten Wege lernen. Sprachen lassensich nicht erfinden: die Menschen wollen keine ncucr-fundenen Sprachen; wir sollen nur die ihrigen rich-tig schreiben und sprechen lernen. Dies alles ge-schieht nun in einem guten Unterricht der Schule,und ich mochte sagen, in ihm geschehet cs allein.Der selbstgelehrte Stümper bleibt meistens zeitlebensein Stümper: eine gewisse Unsicherheit verfolgt ihn?er hat bey dem größesten Fleiße mit seinen zweyAugen nie alles bemerket. Er lernte; cs fehlte ihm