Tode so gedrückt und verunglimpft ward. Ueber einJahrhundert hin folgte auf diese Befehdung eine neueBarbarey unsrer Kirche. Gleichergestalt hatte Eras-mus, hatte der elastisch - gelehrte Zwingli statt man-cher andern Schulen stiften können, wie sie es ver-dienten : um wie weiter waren wir fortgcrückt, unddürften jetzt nicht anfangen, wo wir seit drittehalbhundert Jahren gewesen waren.
Ruhm und Dank sey also Eurer Asche, ihr ed-len Seelen der Vorwclt, die ihr in rühmlichen Din-gen und für rühmliche Wissenschaften, Schulen stif-tetet, und bleibende Anstalten des Unterrichts mach-tet. Euch haben wirs zu danken , daß uns die Bar-barey nicht gar bedeckt, und der Wahnsinn unwis-sender Schwärmer aufs neue fortgerissen bat'. Ihrpflanztet den Baum der Wissenschaft, unter dessenSchatten wir noch wohnen, dessen Früchte wir nochgenießen, dessen Saawenkörncr und Zweige wir miteigner treuer Hand weiter fortpflanzen sollen. Wirversündigen uns oft an euren Heiligthümern: dennder Geist unserer Zeit geht mehr darauf zu zerstö-r en als zu bauen, mehr darauf zu zerstücken, als zuverbinden; wir lösen auf und wollen alles so feinspinnen, daß, wie ich fürchte, zuletzt der Faden reißt.Noch aber wird es immer, wie ich gleichfalls hoffe,einsehende, feste, standhafte Menschen geben, dieden Werrh eurer Absichten erkennen, und eure Ge-bäude stützen, statt solche abzutragcn und zu zertrüm-mern. Einen Baum zu fällen, kostet nur einigeStreiche; aber einen Baum wachsen zu machen,braucht cs Jahre oder Jahrhunderte. Wir wollen,was unsre Vorfahren Gründliches und Gutes errich-tet haben, nicht zerstören, sondern in baulichem We-