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Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
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S o p h r o n.

dienst deines Lebens hinuntergetrunken gewesen: ohnedeinen sausten Lenophon, ohne deinen kunstreichenPlato, und alle die nachher weiter gingen, wüßtenwir so gut als nichts von dir. Die Lehre Pytbago-ras lebte nur durch seine Schüler fort; und wir be-dauren cs, daß er seine goldne Hüfte so sehr hinterden Teppich verborgen habe, denn, wenn dies nichtgeschehen wäre, wüßten wir wahrscheinlich mehr vonihm. Die Lehre Zeno ging nur durch seine edlenSchüler in Wirkung; und daß die griechische Philo-sophie übe:Haupt zu einem so großen Gebäude untermehreren Völkern, mehrere Jahrtausende hindurchgediehen ist, kommt nur daher, daß sie einen sogroßen, festen Grund des Gebäudes, durch Schulengelegt hat. Hinter Geheimnisse versteckt, oder ineinsamen, dunklen Zellen verborgen, wäre sie einvcrgrabner Schatz geblieben, oder es bald geworden.Nur durch Menschen, durch Unterricht lebendigerMenschen in Schrift, Rede und Uebung pflanzt sichdas Gute fort; und insonderheit sind Schulen diedauerhaften Hülsen, unter denen die Natur, wiewir im Pflanzenreiche gewahr werden, ihre zartenFruchtkörner vor der Vergänglichkeit schützet und zukünftigem neuen Wachsthum aufbewahret. Nie wäredie Reformation so weit gediehen, wenn sie sich nichtdurch Schulen, durch den Unterricht gelehrter, feuri-ger , wahrheitliebender Männer in Schriften und imlebendigen Vorträge so weit fortgepflanzt hätte. DieSchule Luthers und Mclanchthons hat als ein reicherBaum für mehr als ein Jahrhundert Gutes in dieWelt gestreuet oder gepflanzet; und jeder Freund derWissenschaften beklaget es jetzt, daß die Schule desletztgenannten verdienten Mannes bald nach seinem

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