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Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
Entstehung
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S o p h r o n.

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das Ehristenthum unter allen Nationen Gutes gestif-tet hat, Kat es nur durch Unterricht, durch Unterwei-sung der Lehrer, durch öffentliche und besondere Leh-re an die Jugend und an das Volk, kurz als Insti-tut der Wahrheit und guter Sitte», als Schule ge-stiftet. So sahen es die Apostel und die ältesten Kir-chenvater an; wollte Gott, daß man es dem Sinneseines glorwürdigen Stifters nach immer so angesehenhätte; alsdenn wäre es gewiß, was cS se»n sollte,auch in jedem Jahrhunderte und zu jeder Zeit gewor-den. Fand also Gott selbst, da er zu den Menschenherabram, kein anderes Mittel zur Erleuchtung undzur Beff-rung der Menschen, zur Wiederherstellungund Aufbewahrung der Wahrheit, als Unterricht,methodischen Unterricht in einem Kreise geprüfterLehrlinge, kurz Schule: so mögen wir doch nichtklüger scpn wollen, als es die göttliche Weisheit nichtliebreicher, als es die göttliche Liebe selbst gewesenist, und wollen dem Gange der menschlichen Natur,der Verkettung des menschlichen Geschlechts gehorsamfolgen.

Von Kindheit auf nämlich empfangen wir denbesten Theil unscrs Wesens von andern, durch Un-terricht < durch Erziehung, und gleichsam durch mit-geihcilte Erfahrung. So lernen wir Sprache und Le-bensart, so bilden wir unsre Vernunft, und gewöh-nen uns zu Sitten und Künsten: das Haus unsrerEltern, ja ich möchte sagen, der Schoos und dieBrust der Mutter ist unsre erste Schule. Aus hei-ler Haut können uns zwar Geschwüre, Kröpft undBeulen wachsen; aber nicht Wissenschaften und Kün-ste. Was wir wissen, wissen wir durch andre; waswir gebrauchen und zu brauchen selbst lernen müssen.