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Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
Entstehung
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S o p h r o n.

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lenkräfte des Zuhörers damit beschäftige: so wirdseine Geschichte die angenehmste, die bildendste Rhe-torik und Dichtkunst. In der Geschichte der Altensind Geschichte und Redekunst verbunden: die schön-sten Reden stehn in der Geschichte und können nichtohne sie verstanden, erkannt, geschätzt werden. DerMe Erzähler hak eben die Regeln, die der Dichterhat, und wem, der Redner, der Dichter nicht blvSbelustigen, sondern bessern, die Seele theilnchmendbeschäftigen, sie bilden will: so hat er einerley Zweckmit dem Geschichtschreiber, wie mit dem Philosophen.Kurz Wahrheit, Schönheit und Tugendsind die drey Grazien des menschlichen Wissens, dreyunzertrennliche Schwestern! Wer Schönheit ohneWahrheit will, hascht Wind; wer Wahrheit undSchöne ohne Tugend, d. i. ohne Nutzen der Anwen-dung studirt, jagt nach dem Schatten. Schöne Ge-stalt und Form wird nur in schöner Materie an-schaubar und lebendig: die wahrsten, reichsten, nütz-lichsten, kurz die bildendsten Wissenschaften sind auchimmer die schönsten.

Mir fehlt die Zeit, mich auf den speciellenTheil meiner Abhandlung einzulassen und zu zeigen,daß alle Regeln der Schönheit nichts sind, sofern sienicht der Wahrheit und Güte dienen, daß alle Blu-men der Beredsamkeit nichts sind, sofern sie nichtWahrheit und Güte befördern, daß allen Wissen-schaften das Beste fehlt, wenn man ihnen dasSchöne, d. i. das zur Menschlichkeit Bildende rau-bet, daß cs aber jede auf ihre Art haben könne undhaben solle, daß keine Wissenschaft barbarisch undinhuman seyn dürfe, daß selbst die abstraktestenKenntnisse ihren Reiz, ihre Schönheit haben, sofern

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