S o p h r o n.
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derung der Sache selbst, des menschlichen Herzens,des menschlichen Verstandes? Philosophie also, bil-dend , d. i. menschlich vorgetragen und angewandt,ist nicht nur schone Wissenschaft selbst, sondern dieMutter des Schönen. Rhetorik und Poesie, was siebildendes, nützliches, wahrhaft angenehmes haben,sind sie ihr schuldig. Neben ihr ists die Ge-schichte, sofern diese nämlich Kenntnis der Lan-der, der Menschen, ihrer Regierungen und Staaten,ihrer Sitten und Religionen, ihre Thaten, Tugen-den und Laster in sich begreift. Werden diese Sa-chen getrieben, wie man sie manchmal mit Schreckenund Verwunderung getrieben hört, freilich so sindsie elender Schutt häßlicher Wissenschaft; treibt mansie aber wie sie sich für dies Alter schicken, d. i. wiesie viele und schöne merkwürdige und klare Kennt-nisse gewahren, wie sie den Jüngling interessiren,ihn klug machen und bilden — kann cs eine schö-nere Wissenschaft als Geographie und Geschichte ge-ben? Wer liefet, wer hört nicht gern Geschichte?welcher gebildete Mann sagt nicht, daß ec durch Ge-schichte und Erfahrung, die eigentlich Geschichte deSLebens ist, am meisten gebildet worden? Ist dieEpopee, das Drama etwas anders, als Geschichteoder Mahrchen in allen Reiz der Sprache, der Dar-stellung und Einbildungskraft cingekleidet? und istnicht manche Geschichte, treu dargestellt, schön ge-schrieben , angenehmer und bildender als eine über-spannte Epopee oder das lügenhafte Mahrchen einesRomans? — Alles also kommt hier auf Aus-wahl, auf Methode und Vortrag an, daßwas erzählt wird, der Lehrer interessant mache, dar-stelle, dem Verstände und Herzen zusühre, die See-