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Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
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S o p h r o >1.

dem Erfinder erfindet, mit dem Bemerket bemerkt,mit dem Weisen urthcilt, mit dem Guten dns-Wahreanweirdet und nusübt: welche schönere, d. j. bil-dendere Wissenschaften kann es, als ^ diese sind,geben! Es ist ein großer Reiz, den Zusammenhangder Wahrheiten zu sehen- Es ist ein hohes Vergnü-gen, die Landcharte des menschlichen Wissens in ir-gend einer Propinz, mit Licht und Schatten, zuüberschauen, und bey jedem Schritt durch die Wahr-heit, die einer erfand, durch den Jrrthum, den je-ner beging, seinen Witz, seine Erfindungskraft, seinUrtheil zu scharfen. Gibts ein größeres Gemahldein der Welt, als die Welt selbst ist, wie sie unsdie Kosmologie, die allgemeine Naturlehre, die phy-sische Astronomie darstellt? und gibts ein feineresGemahlde, ein interessanteres Schauspiel für Men-schen als die menschliche Seele in ihrem engen undweiten Wirkungskreise, nach ihren Kräften und An-lagen, Pflichten und Beziehungen, Leidenschaften undTrieben selbst ist? Wer hier nicht durch treue, ganzeDarstellung dieser Sachen lebhaft für den Verstand,wirksam ans Herz werden könnte, w o kömrte ers?der ganze ncucrfundene barbarische Name Aesthe-tik ist ja nichts als ein Thcil der Logik: was wirGeschmack nennen, ist nichts als ein lebhaftesschnelles Urtheil, was Wahrheit und Gründlich-keit nicht ausschlicßt, sondern voraussetzt und wesent-lich fodcct. Alle Lehrgedichte sind nichts alseine sinnlich-gemachte Philosophie: die Fabel,Darstellung einer allgemeinen Lehre und Wahrheitin Gegenwart, in Handlung. Woher nahm Cicerodie schönsten, treffendsten Gründe seiner Beredsam-keit her, als aus der Philosophie, aus der Jerglie-