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Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
Entstehung
Seite
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S o p h r o n.

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heißen: man lernt in ihnen, was schön sey und war-um es- so sey? Dies lernt sich aber nie durch Re-geln allein, nie ohne Materialien und Beyspiele;oder also es sind die Wissenschaften, die uns Mate-rialien des Schönen in und zu einer schönen Formzuführen, und da ist der Begriff des Bildenden undSchönen völlig Eins. Keine Wissenschaft nennetman schon, wenn sie nur unser Gedächrniß martert,wenn sie uns Worte ohne Gedanken, Satze undBehauptungen ohne Licht, ohne Beweis, ohne prak-tisches Urtheil darlegt, kurz, wenn sie keine von un-fern Seelenkräften bildet. Sobald sie dies rhut,wird sie angenehm; und je mehr sies thut, je mehrsie unsere Seelenkräfte, unsere Phantasie und Erfin-dungskraft , unfern Witz und Geschmack, unser Ur-theil, insonderheit unser praktisches menschliches Ur-theil beschäftiget, je mehr Seelenkräfte sie auf Ein-mal beschäftiget; desto bildender ist sie, undjedermann fühlts und sagts: auch desto schöner.Man nehme z. E. die Philosophie, die man von denschönen Wissenschaften meistens ausschließt. AllemSchönen liegt Wahrheit zum Grunde: alles Schönemuß nur zum Wahren, zum Guten leiten. Stelleich also Wahrheit hin, wiefern sie menschlich ist,d. i. zum Wahren und Guten leitet: so wird sieschön: denn Schönheit ist nur die äußere Gestaltder Wahrheit. Eine trockene Antologie, Kosmologie,Psychologie, Theologie, Logik, Ethik, Politik, Na-turlehre u. f. gefällt keinem; mache man aber dieWahrheiten aller dieser Wissenschaften lebendig, mansetze sie in das klare Licht ihres Ursprungs, ihresZusammenhangs, ihres Nutzens, ihrer Anwendung:man bringe sie der Seele so nahe, daß diese mit