S o p h r o n.
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ten nicht, wenn cs auch über und über mit Gold-schaum bckleckt wäre. Ich weiß, man hat diesenBegriff in den neuern Zeiten sehr vcrlohrcn. Mansetzt die schönen Wissenschaften den ernsthaften, Hä-hern, gründlichen entgegen, als ob jene, wenn sieibren Namen verdienen sollen, spaßhaft, niedrig,schaal, platt, seicht, ungründlich und unmännlichseyn könnten. Erlauben Sie mir also, H. V., nocheinige Minuten, das Falsche und Schädliche dieserUnterscheidung zu zeigen und auch unfern Jünglin-gen den wahren Begriff des Schönen, d, i. des Bil-denden in den Wissenschaften, in allen Wissenschaf-ten zu empfehlen.
Ich sage also: schöne und gründliche Wissen-schaften können einander nicht entgegengesetzt werden!denn auch das, wozu Schönheit angewandt wird,muß gründlich seyn, oder cs ist eine falsche, verlck?kcnde Schönheit. Schöne und ernste Wissenschaftenkönnen einander nicht entgegengesetzt werden : denn dieschönen Wissenschaften sind keine Hofspaßmacher: auchsie haben ernsthafte Zwecke und befördern sic durchernsthafte Mittel und Regeln. Endlich schöne undhöhere Wissenschaften stehen einander nicht so gegen-über, als ob jene platt und niedrig waren: sie ha-ben auch ein Höchstes ihrer Art, sie fodern auch,wenn sie rechter Art seyn wollen, eine hohe undreich begabte Seele. Alle diese Unterscheidungen undGegensätze rühren von Mißverständnissen und Miß-brauchen , insonderheit vom Zuschnitt jener barbari-schen scholastischen Zeiten her, deren Reste wir in somanchem noch an uns tragen. Da hieß es zuerstvon den sogenannten 7 freyen Künsten: