S o p h r o n.
ihre beneidcnswcrthe Sprüche. Düs Aeffchen möchtegern den süßen Nußkern haben, aber die Schalewill es nicht knacken: cs zerbisse sich sonst seine arti-gen Zahne.
Ist die griechische Sprache nicht eine schöneSprache? verdienens ihre Schriftsteller nicht, daßman sie blos der Wissenschaft, d. i. der besten Re-geln und Beyspielc des Schönen wegen lerne? daSgegenwärtige Examen wird ihre Antwort sei)». Viel-leicht werden wir so viel Liebhaber der schönsten un-ter allen schönen Sprachen, des Griechischen, finden,als ehedem Musen waren: Neun! vielleicht auch
nicht einmal so viele.
O einer trägen und üppigen Zeit, wo schönheißt, was uns leicht ist, wo angenehm ist, was unsin den Mund fliegt. Ich ging, sagt Salomo, vor-über vor dem Acker des Faulen, und vor dem Wein-berge des Narren, und siche, da waren eitel Nes-seln drauf, und er stund voll Disteln, und dieMauer war eingefallen. Da ich das sah, nahmichs zu Herzen und schaucte und lernte dran. Duwillk ein wenig schlafen und ein wenig schlummernund ein wenig die Hände zusammenthun, daß duruhest. Ja schlaf noch ein wenig und schlummreein wenig und schlage die Hände in einander: sowird dich die Armuth übereilen. Wie ein Fußgän-ger, und der Mangel wie ein gcwapneter Wann!Deine schöne Wissenschaften werden dir weder Ehrenoch Brod bringe»: nichts rechts hast du gelernt,dein Gemüth hast du erschlafft, deine beste Zeit, dieerste Jugendkraft deiner Seele verloren. Durch dasewige Tändeln hast du dich von allem Ernst ent-wöhnt: durch das zu Leichte und Gespielte^ ist dir