S o p h r o n.
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ge Jugend flieht nichts so sehr als Mühe und Ar-beit. Was sich auf den ersten Anblick empfiehlt,was mit dem ersten Anblick zu fassen ist, wird ge-wählt, was Nachdenken, Eifer, Uebung erfordert,wenn cs auch das Nützlichste wäre, laßt man alsabschreckend und häßlich liegen. In der lieben Mut-tersprache liest man noch allenfalls, zumal, wenndas, was man liest, auch leicht geschrieben, unduns wie Auckerbrcy in den Mund gethan wird. Et-wa das Französische verbindet man noch mit demDeutschen, thcils weil die ersten Gründe dieser Spra-che leicht zu fassen find, thcils weil man in ihr somanches angenehme Lockbrod hat. Da giebt esMarzipan schöner Romane, schöner Gedichten undGeschichten: Komödien und schöne Splelwerke man-cherlei) Art: der -Schnitt der Sprache ist galant: dieManier ihrer Reize leicht und fürs Auge: höchstensalso lernt man auch sie. Die wabren Quellen, dieewigen Denkmale der Wissenschaft des Schönen,Griechen und Römer werden vom Jünglinge oftnicht dafür erkannt, weil die Bekanntschaft mit ih-nen Mühe kostet, weil der Eingang in diese Heilig,thümer durch den Vorhof einer zu erlernenden Spra-che gehet. Man frage manchen, ob auch Birgil,Horaz, Cicero, Homer, Theokrit u. f. zu den schö-nen Wissenschaften gehören? in einer leicht zu lesen-den Ucbersetzung oder in Namlers Batteur wird ersagen: Ja! Im Griechischen und Latein sinds klas,fische Autoren, und bei) vielen stehn klassische Auto-ren und schöne Wissenschaften weit auseinander. Ge-rade also die Form, die so viel zu ihrer Schönheitbcyträgt, ist das, was schlaffen Lehrlingen sie zuhäßlichen, d. i. zu mühsamen Schriftstellern macht,