Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 12 (1820) Sophron
Entstehung
Seite
37
Einzelbild herunterladen
 

heit, womit uns die ersten Gegenstände unserSWissens, Erkennens, Handelns, Skrebens anziehcu,ergötzt: die Leichtigkeit, mit der in diesc'n Zäh-ren unser Blut fließt, unser Herz schlugt, unsreSeele denkt und verlanget, soll uns auch auf diebeschwerlichere Höhe des menschlichen Lebens sanfthinanlocken, und mit Liebreiz an die Bande des Le-bens fesseln. Wir sollen mit Lust, oft gleichsam un-wissend und spielend lernen, was wir einst auch incrnstern Jahren, in beschwerlicher« Verhältnissenzu üben haben: ein einladender Frühling soll unszum Sommer, zum Herbst, zum Winter unsrerTage leiten. Nicht nur, was wahrhaft ist,sagt der Apostel, was ehrbar, was gerechtund sittsam, sondern auch was lieblichi s t, w a s w o h l l a u t e t, ist etwa eine Tu-qend, istetwa ein Lob, dem denket nach.Die schönen Wissenschaften gehören also ins schöneAlker des menschlichen Lebens: dazu hat der Schö-pfer sie, dazu hat er die Jugend verordnet, undbcyde mit gegenseitiger Liebe aneinander geknüpfet.

Nun, was sind schöne Wissenschaf-ten? Wie muß man sie lieben und trei-ben, daß man, was schön ist, auch schöntreibe? Beyde Fragen dünken mich ihrerNützlichkeit, ja nach der Gestalt unscrs Zeitalters,selbst ihrer Nothwcndigkcit wegen die beste Einlei-tung zu einem öffentlichen Verhör zu seyn, das,wie wir wünschen und hoffen, auch ei» edler Wett-streit schöner Wissenschaften und ihrer Liebhaber seynwird.

r. Gemeiniglich wird das Wort schön mitleicht verwechselt, denn die leichte, oft leichtsinni-