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S o p h r o n.
fern Zelten auch in den Wissenschaften überall Quak-ker seyn will: der Geist soll uns ergreifen, die Sal-bung soll uns alles lehren und auch bei) der Lcctüreheißts, wüste man nur dem Geist eines Autorsnachhafchen und sich um seine Worte, um seine Sa-chen, um die Ordnung derselben u. f. nicht mühsambekümmern. Ich fürchte, man geht dabey irre: derGeist eines Autors oder eines Buchs laßt sich nicht,wie ein Schmetterling oder, wie Spiritus in eineBouteille, zumal in eine windige Hirnboutcillc fpün-den. Der Buchstab fesselt ihn an; Auszug, Schrei-ben , treue oder frepe Nachahmung macht ihn unseigen. Plutarch und Erasmus (ich nennenur zwey Schriftsteller von unsäglich vielen) gewiß zweygroße Männer, die e lbst dachten und sehr weit aufWelt und Nachwelt wirkten; den Schriften beydermerkt man die Collectaneen sehr an. Plutaichs mo-ralische und phylosophische Schriften sind fast nichtsals ilmiriAta, die noch jetzt in Schulen gebrauchtwerden könnten zu eignen Elaborationen: sie sindGemein - Titel, unter die er eine Menge schöner .Gedanken und Deyspiele, die er hie und da gelesenbarte, zusnmmenstellte, so daß die Bindung oft sehrleicht scheint. Erasmus meiste, insonderheit frühereSchriften, sind Uebersttzungen oder Collectaneen vonApophthegmen, von Rathseln, von Gleichnissen ausPlutarch, ja sogar von Wendungen und Ausdrük-ken der Sprache: ein Buch, das er ausdrücklich fürSchulen schrieb. Den schönen Ton, der in seinenGesprächen, seinen enuomio rrrorlnc; und überallin seinen Schriften herrschet, hat er aus seinemfleißig übersetzten Lucian, wie er selbst bekennet.Kurz, was wollten wir uns über die größten Geister
hinaus-